Alois Muff Gedenkfahrt Root-Michaelskreuz (CH) 2005

Bericht + Fotos: dream-cars.ch online
 

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Zwischen 1923 - 1933 fanden 6 Bergprüfungsfahrten auf der Bergstrasse von Gisikon - Root hinauf zum Michaelskreuz statt. Es starteten vorwiegend Motorräder und Rennfahrräder. Bekanntheit erlangte jedoch Alois Muff aus Hellbühl im Kanton Luzern, der als Vorfahrer zur Eröffnung des letzten Rennens am 9. Juli 1933 mit seinem Bugatti 35 gegen einen Baum fuhr. Man scherzte damals 'Muff kam ans Rennen mit einem Bugatti und kehrte zurück mit einem 'Gabutti'.

 

Ein spektakulärer Anblick, der Bugatti von
Alois Muff (Quelle: www.michaelskreuzrennen.ch

 

Alois Muff, der auch ein begabter Volksmusiker war, überstand diesen Zwischenfall ohne grössere Blessuren. Viel ist von Alois Muff heute leider nicht mehr bekannt und sein früher Tod 1939 mit nur 34 Jahren wurde nie richtig aufgeklärt.

Der Zwischenfall mit Alois Muff bedeutete das Ende der Michaelskreuz-Rennen und es sollte über 70 Jahre dauern, bis wieder Rennmotoren auf der 3,8 km langen Strecke dröhnten, mit dabei auch der originale Bugatti, mit dem Muff damals teilnahm. Inzwischen natürlich längst instandgestellt und von Hans Matti mit der Startnummer 1 (ist Ehrensache) gefahren.

 


In den klassischen Rennfarben der Schweiz,
rot/weiss lackiert, der Bugatti Typ 35 B, mit
der Chassis-Nr. 4956, pilotiert von Hans Matti

 

Ein paar Interessierte Enthusiasten sorgten im Jahr 2004 dafür, dass die Michaelskreuz-Rennen nicht komplett in Vergessenheit geraten und gründeten den 'Freundeskreis Erinnerungsfahrt Michaelskreuz-Rennen 2005'. Das Initiativkomitee besteht aus Bernhard Brägger, Organisator der letzten 3 Klausenrennen-Memorials, Hans Robert Bründler, Gründungspräsident des Oldtimer Club Innerschweiz und dem Historiker Fritz Brun aus Root. Der Freundeskreis wird als Verein geführt und am 6. und 7. Oktober 2007 ist bereits die nächste Veranstaltung geplant.

Nun aber zur Veranstaltung vom 8./9. Oktober 2005. Rund 160 Fahrzeugen aus den letzten 100 Jahren Verkehrsgeschichte nahmen teil und obwohl die Fahrt hinauf zum Michaelskreuz kein Rennen war, gaben die Fahrer zur Freude der vielen Zuschauer aber trotzdem richtig Gas. Vor allem die Freunde von Vorkriegsfahrzeugen kamen auf ihre Rechnung. Neben einem halben Dutzend Bugatti waren auch viele englische Fahrzeuge wie Riley, MG, Alvis usw. am Start.

Die Alois Muff-Gedenkfahrt war ein voller Erfolg, zu dem sicher auch das Prachtswetter mit beinahe sommerlichen Temperaturen beitrug. Überschattet wurde die Veranstaltung jedoch von einem tragischen Todesfall am Samstag. Ein Motorradfahrer erlag im Ziel einem Herzanfall, obwohl die Rettungskräfte in kürzester Zeit vor Ort waren und Hilfe leisteten, leider vergeblich.

Wir behalten das 1. Michaelskreuz-Bergrennen der Neuzeit trotzdem in guter Erinnerung und hoffen auf die angekündigte Austragung in zwei Jahren

 

Der Shuttle-Dienst von den Parkplätzen in Root hinauf zum Ziel wurde auch mit diesem Saurer Car aus dem Jahr 1961 gemacht
Einst die Schweizer Motorradmarke, eine Motosacoche von 1928. Die Maschine hat einen 500 ccm 1 Zylinder-Motor mit 22 PS. Gefahren wird das seltene Exemplar von Bruno Bachmann
Edi Schorno auf einer Norton International von 1939, ebenfalls mit 500ccm. Der Beifahrer konnte ruhig auf seiner Handorgel spielen, Edi Schorno sorgte alleine für die Balance, d.h. das Rad des Seitenwagens war meist in der Luft
Jörg Strehler auf einer Laverda Cento von 1957 mit Renngeschichte. Das Motorrad belegte 1954 den 2. Rang beim Rennen Coppa del Consumo und den 3. Rang bein Giro d'Italia. Es gehörte einst dem Rennfahrer Ettore Grassellini

25.10.2005: wie uns Jörg Strehler soeben mitteilt, handelt es sich bei diesem Gefährt nicht um die Laverda Cento sondern um eine seltene Tarantina 1952, welche in einer Stückzahl von lediglich 50-80 Stück gebaut wurde.Besten Dank für die Korrektur.
Noch eine rassige Italienerin, natürlich die ohne Bart, es ist eine Ducati mit herrlichem Sound
Und jetzt kommen die granz groben, ein mächtiger American La France von 1915. Der 4-Zylinder Motor hat 9500ccm und 85 PS
Es geht aber noch ein ganzes Stück grösser. Ruedi Schawalder, ebenfalls auf einem American La France. Dieses Monster hat einen 6-Zylinder Motor mit 14500ccm und 130 PS
Neben den amerikanischen Giganten geradezu ein Winzling, der Bugatti Typ 13 'Brescia' von Andreas Gantner. Der 1,5 Liter Motor mit 4 Zylindern leistet immerhin 50 PS
Gestartet wurde in Abständen von einer Minute, was dazu führen konnte, dass ein Pilot mit lockerem Gasfuss auf den vor ihm gestarteten Teilnehmer auffuhr
Ein amerikanischer Hupmobile von 1929, gefahren von Rolf Holdener. Ein herrliches Fahrzeug in perfektem Zustand
Wieder ein kleiner Wagen, ein englischer MG Typ M von 1929 von Andrey Burri. Der 4 Zylinder-Motor hat 850ccm und leistet 20 PS. Dank des geringen Gewichts sind diese Fahrzeuge trotzdem recht sportlich zu fahren
Ein Aston Martin Le Mans von 1933, gefahren von Roger Suter
Hans Küng auf einem Morris Roadster von 1933
Der Citroen 11CV, auch bekannt als 'Gangsterlimousine' mit Gustav Bachmann am Lenkrad. Die Besatzung war zeitgenössisch gekleidet und das Outfit hatte tatsächlich auch etwas 'gangsterhaftes'
Wieder ein Fahrzeug aus Grossbritannien, ein Lagonda Rapier von 1934, gefahren von Emilio Baldini. Einige Rennerfolge aus jüngster Vergangenheit: 2. Platz am Klausenrennen-Memorial 1998, 3. Platz an der Oldtimer Berg Trophy Davos-Flüelapass und ein dritter Platz am Klausenrennen-Memorial 2002
Das rechte Rad am Strassenrand, der Blick zielgerichtet auf die Kurve, René Felder auf Riley 9 HP Sport von 1935
Wie schon erwähnt, viele englische Fahrzeuge nahmen teil, wie auch dieser Jaguar SS 100 von 1936, gefahren von Max Burkart
Adrian Dieziger pilotiert einen MG TA Special von 1937. Der 4 Zylinder-Motor mit 1250 ccm leistet stolze 120 PS
Ein weiterer wunderschöner Riley, ein 12/4 Sport Special von 1937 von Alfred Albiez
Auch dieses Modell konnten wir schon mit der Startnummer 17 bewundern, ein Jaguar SS 100 von Hans-Peter Gautschi
Nein, nein, dies sind keine Ausserirdischen im Alvis 12/70 von 1939, es ist Rolf Ineichen mit seiner Beifahrerin
Die Gesichtsausdrücke weisen nicht auf eine gemütliche Fahrt hin, Konrad Strüby scheint mit seinem BMW 328 Roadster von 1939 wirklich sehr beschäftigt zu sein
Der imposante Bugatti 57 lässt es eher gemütlich angehen, das Fahrzeug ist ja auch kein Rennwagen
Wieder ein Vertreter der sportlichen Art ist der Jaguar XK 120, hier in der Version als FHC (Fixed Head Coupé), was bedeutet, dass der Wagen ein festes Blechdach hat. Gefahren wird der Wagen von Sirio Vernati
Ganz zur Freude der Liebhaber von englischen Fahrzeugen, diesmal ein Austin Healey 100 BN 2 Roadster von 1954
Schöner kann ein Auto einfach nicht sein, ein Ferrari 250 GT Berlinetta von 1961. Der Wagen hat einen Motor mit 3 Litern Inhalt, 240 PS und natürlich 12 Zylindern. Gefahren wurde der Ferrari von Adriano Barbini
Kari Enzmann (am Lenkrad) und Werner Schreiber im Enzmann 506
Und schon wieder sind wir bei den Briten, diesmal aber in eher untypischem rot, ein Aston Martin International von 1930, gefahren von Mike Walter. Dieses Fahrzeug hat schon an der Mille Miglia teilgenommen
Ein seltener Healey Silverstone
Zweifellos der Star dieser Veranstaltung. An diesem Lenkrad hat Alois Muff gesessen, als er am 9. Juli 1933 genau dieses Fahrzeug gegen einen Baum fuhr. Die 'Kampfspuren' von damals sind längst beseitigt und der Bugatti 35 mit Kompressor-Motor präsentiert sich wieder in einem hervorragenden Zustand mit wunderschöner Patina
Vorne ein Riley TT Sprite von 1934, hinten der Bugatti 37 A Grand Prix von Jürg König, parkiert vor dem Restaurant kurz nach dem Ziel
Am Abend nach dem Rennen, der Maserati 6CM Monoposto von 1936 kurz vor dem Verlad in den Transportanhänger
Ein Lotus 20 Formel Junior von 1961. Dieser Wagen hat eine bewegte Renngeschichte und wurde in Root gefahren von Jean-Michel Farine