Albis Bergrennen Adliswil (CH) 2003

Bericht und Fotos: Fredi Vollenweider / dream-cars.ch online 
 

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Albis Bergrennen

Schon seit einigen Jahren hat man in den Medien von einem geplanten Revival des Albis Bergrennens lesen können. Diesen Sommer wurde das Rennen Wirklichkeit, am Wochenende des 19. und 20. Juli 2003 fand am Albis das Revival statt, über 50 Jahre nach der letzten Austragung im Jahre 1951.
Das erste Rennen fand 1907 statt und gehört somit zu den ältesten Schweizer Motorsportveranstaltungen. Gefahren wurde früher auf der eigentlichen Albis Passstrasse, das erste Revival musste aus verkehrstechnischen Gründen jedoch auf der nahegelegenen Strasse auf die Buchenegg verlegt werden. Mit Adliswil bleibt aber der Startort der gleiche wie bei den Rennen zwischen 1907 und 1951. Die Strecke, etwa zwei Kilometer von der Zürcher Stadtgrenze gelegen, ist eine kurvenreiche Strasse, die eine besondere Herausforderung für die Fahrer und Fahrzeuge darstellt.
Weitere Informationen wie Start- und Rangliste gibts auf http://www.albisbergrennen.ch

Der von Alex Beeler und der Marengo Corse perfekt organisierte Anlass wurde von rund 15'000 Zuschauern besucht, gerechnet hatten die Organisatoren allerdings mit 25'000. Die heissen Temperaturen von über 30 Grad im Schatten trieben offenbar viele Leute in die Badeanstalten. Der Anlass konnte aber ohne Zwischenfälle durchgeführt werden und es ist offenbar geplant, das Albis Bergrennen auch zukünftig auszutragen, was sehr wünschenswert wäre.

 

Ein Morgan Threewheeler im Fahrerlager. Der Fahrer rechts scheint ein Motorradfahrer zu sein. Was er dem Morganfahrer wohl sagt? Vielleicht, pass auf, die Strasse ist so schmal
Die Nr. 18, ein Brabham BT 36 Formel 2 von 1971 mit einem 1600er Motor mit 225 PS, gefahren von Willy Markwalder. Daneben mit der Nummer 17 ein Lotus 41 Formel 2, der von Alfred Stoitzner pilotiert wurde
Noch ein Brabham, diesmal ein Typ BT 16 Formel 1 von 1965. 1498ccm, 180 PS. Damals unter Jochen Rindt vom Team Roy Winkelman in der Formel 1 eingesetzt. Am Albis Bergrennen wurde der Wagen von Koni Lutziger gefahren
Blick ins Fahrerlager mit den beiden Formel 1 Maseratis von 1956, vorne die Nummer 10 von Peter Heuberger, mit dem der berühmte Brite Stirling Moss 1956 den Grand Prix von Monaco gewann, dahiner die Nummer 9 von Georg Kaufmann
Motorenbaukunst vom Allerfeinsten im 8 Zylinder Bugatti
Lukas Hüni kam mit einem der originalsten Bugatti der Welt, einem Typ 35 C Grand Prix. Früher fuhr der bekannte französische Fahrer Maurice Trintignant mit diesem Wagen
Noch der erste Lack und die ersten Ledersitze stehen dem Bugatti wirklich prächtig. Der 1931 gebaute Wagen mit 1991 ccm und 140 PS stand jahrzehntelang in Frankreich in einer Scheune. Bleibt zu hoffen, dass niemand das Fahrzeug restauriert und somit die interessante Geschichte übermalt
Und gleich noch einer mit reichlich Patina, diesmal ein Alfa Romeo TZ (Tubolare Zagato) von 1964. Diese Fahrzeuge hatten einen filigranen Gitterrohrrahmen und eine leichte Aluminium Karrosserie. Mit einem Gewicht von 750kg und einem 1600er Motor mit 165 PS gehörten die TZ zu den schnellsten GT Rennwagen
Ein Cegga-Maserati von 1964, gefahren von Georges Gachnang
Ein berühmter Rennwagen ist der Ford GT 40, hier ein Modell von 1965 in der Gulf-Lackierung. Die Typenbezeichnung GT 40 steht für 40 Zoll, also 1 Meter und dieser Meter bezieht sich auf die Höhe des Wagens. Im Vergleich zu dem Herrn mit den Shorts besonders deutlich zu sehen
Ein Ferrari 250 MM (MM steht für Mille Miglia) von Christian Traber. Der Italiener aus Maranello ist genau ein halbes Jahrhundert alt
Aus Schweizer Produktion stammt der Enzmann 506 von 1960, gefahren von Fränzi Enzmann. Kurt Baumann hat zwischen 1965 und 1968 mit diesem Fahrzeug an vielen Bergrennen teilgenommen
Auf der Rückfahrt, vorne zwei Porsche 908/3 von 1970, dann ein Sauber C5 von 1976, ein Porsche 911 und ein BMW M1
Nochmals der aus Belgien angereiste Alfa Romeo TZ, hier im Fahrerlager
Der Leichtbau ist auch im Intérieur besonders deutlich, nur das Nötigste ist vorhanden, inklusive Ersatz-Zündkerzen
Der Ferrari 250 GT Tour de France (1959) von Heinrich Kämpfer hatte offenbar leichte Probleme - war aber beim nächsten Lauf bereits wieder voll einsatzbereit
Willy Markwalder im Brabham BT 36 auf der Rückfahrt
Das imposanteste Fahrzeug war der gigantische American La France Typ 75 von 1917. Der Motor hat einen Hubraum von 14500ccm. Diese Wagen waren ursprünglich Lastwagen, oftmals auch Feuerwehr-Fahrzeuge und wurden später zu Rennwagen umfunktioniert. Jakob Richi aus Weiningen kämpfte sich mit dem Ungetüm die enge Passstrasse hinauf
 
Und hier der Beweis, der Ferrari 250 GT Tour de France in voller Fahrt mit leichtem Drift kurz vor dem Ziel
Das Ziel auf der Buchenegg
Hansueli Eugster mit Beifahrer mit einem Porsche 550 Spyder aus dem Jahr 1957. Ein wunderschönes und sehr seltenes Fahrzeug
Noch seltener als der Porsche 550 Spyder ist der Ferrari 340 America Barchetta von 1950, von dem nur 5 Exemplare hergestellt wurden. Dieser Ferrari war 1951 der Ersatzwagen an der Mille Miglia und gehörte später dem Schweizer Rennfahrer Otto Wild. Heute gehört dieses Traumauto Louis Frey sen. aus Muri
Nicht minder schön ist der Ford GT 40
Der Sauber C5 nach der Zieldurchfahrt auf der Buchenegg
Viva Italia. Der offene Renner ist ein Bizzarrini P 538 von 1965. Phil Olczik kam mit dem Wagen aus Kanada angereist