Am 16. Oktober 2004 feierte die
Sektion Zürich des ACS (Automobil Club der Schweiz) das 100-jährige
Bestehen. Die Gründung des ACS erfolgte 1898 in Genf und die Sektion Zürich,
der 1902 als Automobil Club von Zürich gegründete Verein, trat 1904 dem
Gesamtclub bei. Soviel zur Vergangenheit des ACS. Wenden wir uns also der
Gegenwart zu, die sich am 16. Oktober allerdings mit der Vergangenheit
befasste, genauer gesagt, mit Fahrzeugen aller Art aus über 100 Jahren
Verkehrsgeschichte.
Unter dem Motto '100 Jahre ACS Zürich - Mobil mit Stil', wurden in der Halle
des Hauptbahnhofs Zürich die automobilistischen Zeitzeugen einer grossen
Zuschauermenge präsentiert. Neben den rund 100 Autos waren auch eine
stattliche Anzahl von historischen Fahrrädern mit ihren stilgerecht
gekleideten Fahrern zu bewundern, wobei vor allem die Hochräder besonders
eindrücklich waren. Viele dieser Fahrräder aus der Zeit von 1817 bis 1940
waren Originalstücke, lediglich die hölzernen Vorgänger des eigentlichen
Fahrrades waren teilweise exakte Nachbauten. Auch einige Nutzfahrzeuge,
Lieferwagen, Busse, ein Traktor sowie das Tram 'Elephant' der Zürcher
Verkehrsbetriebe waren vertreten.
Die Fahrzeuge waren eingeteilt in 12 Gruppen, so hatte beispielsweise die
Gruppe der Fahrzeuge von 1930 bis 1939 die Bezeichnung 'Individualität und
Eleganz', die Rennfahrzeuge von 1904 bis 2004 waren in einer gemeinsamen
Gruppe vereint und 'die goldenen Zwanziger Jahre' bestand aus 8 Fahrzeugen
aus den Jahren von 1921 bis 1929. Neben den Fahrzeugen waren natürlich auch
einige bekannte Persönlichkeiten anwesend, so zum Beispiel Andrea Zagato,
Direktor der gleichnamigen italienischen Designfirma, Tom Tjaarda, bekannter
Automobil- und Industriedesigner sowie Claude F. Sage, Präsident des
Autosalons Genf.
Ab 09.30 Uhr fuhren die einzelnen Gruppen vom Sihlquai/Landesmuseum her in
den Zürcher Hauptbahnhof und wurden in der abgesperrten Halle ausgestellt.
Es zeigte sich, dass das Interesse der Zuschauer riesengross war, einige
tausend Besucher bewunderten die herausgeputzten Raritäten und stellten da
und dort Fragen, die von den Besitzern natürlich gern beantwortet wurden. An
der Schau wurden die schönsten Wagen in den jeweiligen Kategorien von einer
Jury erkoren und auch die Besucher konnten das schönste Auto wählen. Als
Publikumsliebling wurde der hellgelbe Packard Super Eight Cabriolet Le Baron
von 1937 gewählt, ein riesiges Fahrzeug mit einem für die damalige Zeit
typischen 8 Zylinder-Reihenmotor mit 5,4 Litern Inhalt.
Das Ambiente der historischen Bahnhofhalle bot einen idealen Rahmen für eine
Veranstaltung dieser Art und die Vielfalt der Fahrzeuge war selten so gross.
Trotz teilweise längeren Wartezeiten am Besammlungsort am Sihlquai und
kalten Füssen herrschte unter den Teilnehmern eine gute Stimmung und unter
dem Publikum war ebenfalls keinerlei Missgunst oder Abneigung zu erkennen.
Gegen 16.00 Uhr begaben sich die Veteranen, wiederum nach Gruppen sortiert,
zu einem Corso. Die Route führte vom Hauptbahnhof über das Bahnhofquai über
die Rudolf-Brun- Brücke, das Limmatquai hinauf, rechts über die Quaibrücke
bis zum Mythenquai, wo die Fahrt endete. Die gesamte Strecke war gesäumt von
tausenden von Zuschauern und vor allem das seit kurzem für den normalen
Verkehr gesperrte Limmatquai bot eine imposante Kulisse für das rollende
Museum. Hier kam auch das Pferdegespann sowie das Oldtimer-Tram 'Elephant'
der Verkehrsbetriebe Zürich zum Einsatz. Urs P. Ramseier,
Automobil-Historiker und Präsident des Swiss Car Register, kommentierte beim
Helmhaus am Limmatquai jedes vorbeifahrende Fahrzeug.
Dieser einmalige Anlass bleibt allen Teilnehmern sicher in allerbester
Erinnerung und auch den vielen Zuschauern wurde ein interessanter
Querschnitt aus 100 Jahren Strassenverkehr geboten. Wir Teilnehmer fragten
uns zudem, wann wir das nächste Mal mitten im Zürcher Hauptbahnhof parken
dürfen!
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